Die Grüne Säule

Deutsche Verteidigungspolitik der Gegenwart steht auf zwei Beinen: Bundeswehr und Zivilschutz. Sondervermögen, Werbeaktionen, Aufrüsten, Kriegstrommelei einerseits, Bevölkerungsintegration, Klimawandel, Versorgung und Mitmachdienste andererseits.

Versorgungssicherheit, Wirtschaftswachstum, Politaktionismus durch bewaffnete Einsatzkräfte zu sichern mag als Verteidigungsaufgabe innerhalb eines breiten Bündnisses aus mühsam über Jahrhunderte hervorgebrachten Demokratien stimmig wirken. Doch im eigenen Land und vor der eigenen Haustür wird kein Kampfpanzer gegen Hochtemperaturdürre oder Sturzregenereignis helfen. Da braucht es den Zivilschutz.

Die rote Säule, die weiße Säule, die blaue Säule

Lösch-, Kühl- und Bergeübung am Samstag bei der Freiwilligen Feuerwehr, Sonntags beim Fussball mit dem Roten Halbmond, alle vier Wochen Pumpentest und Räumgerätepflege im Technischen Hilfswerk: Traditionell ruht deutscher Zivilschutz auf drei Säulen, getragen von den Menschen dieser Nation. Seit Jahrzehnten walten sie, bringen Sicherheit hervor durch Mitmachen, durch Helfen, durch persönliches Engagement.

Die vierte Säule wird grün

In einer klimagewandelten Nachbarschaft besteht die Bedrohung nicht nur im Ereignis, sie besteht im Zustand. Hitzephasen sind zu bewältigen, Natur in der Stadt ist zu hegen, Städte sind zu begrünen und werden damit pflegeintensiver. Essen aus der Stadt ist hervorzubringen, Wasserkanäle sind zu warten, schattige Ecken zu pflegen, all das wird uns helfen und uns schützen.

Noch ist davon nicht viel zu sehen. Etliche Kommunen mühen sich redlich, Parkplätze und Steingärten weichen Wiesenflecken und Wasserläufen. Doch wer hält das instand, wer kümmert sich, wenn das örtliche Stadtgrünamt und der lokale Quartiersgarten sich im Personalmangel winden? Wir. Bald. Hoffentlich. Ob Gardenizer, Pocketparkpate oder Baumzählerin – vor der Haustür beginnt die Gemeinschaft.


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